Kuscheln sorgt dafür, dass in unserem Körper Hormone ausgeschüttet werden. Vor allem unsere Glückshormone, wie Oxytocin, Dopamin und Serotonin, können uns überfluten und zaubern uns ein Lächeln ins Gesicht und ein Strahlen in die Augen.

Ein Kuschelhigh kann entstehen, wenn das Erlebte so schön ist, dass der Körper sehr viele Glückshormone freisetzt. Man schwebt förmlich, kann nicht aufhören zu grinsen, fühlt sich einfach glücklich und beschwingt, wie frisch verliebt. Manche vergleichen ihn mit dem Konsum von Drogen; deshalb der Name Kuschelhigh.

Der Kuschelkater kann (muss nicht) am folgenden Tag einsetzen. Die Glückshormone wurden alle auf einmal verschossen und sind nun aufgebraucht, der Körper muss erst wieder die Depots auffüllen. Wir fühlen uns leer, traurig. Das Leben fühlt sich, nach der schönen Erfahrung vom Tag zuvor plötzlich einsam und sinnentleert an. Der Zustand geht vorbei! Es ist keine Sinnkrise, es ist der Kuschelkater und der dauert maximal 48 Stunden. Dann sind die Glückshormone wieder vorrätig und wir können zurück zu unserem ‘Normalzustand’.

Die gute Nachricht: Je öfter wir ein Kuschelhigh erleben, desto unwahrscheinlicher wird der Kuschelkater. Unser Körper gewöhnt sich einfach daran. Und dann kann es viele Kuschelhighs geben… ohne Kuschelkater.

Manchmal geht die Traurigkeit auch tiefer.
Plötzlich wird bewusst, wie lange man diese schöne Erfahrung nicht mehr gemacht hat und vermisst hat, vielleicht sogar noch nie erleben durfte. Manche wurden als Kinder viel bekuschelt, andere nicht. Manche leben in einer liebevollen berührungsintensiven Partnerschaft, andere nicht,… 
Die Falle ist hier, im Selbstmitleid zu versinken.

Tränen, Wut und andere emotionale Reaktionen sind in Ordnung. Lass es fließen. Lass es raus. Es rausgelassen zu haben, erleichtert und nimmt Druck. Aber dann ist es wichtig, den Zustand nicht immer wieder erneut mit denselben traurigen Gedankenschleifen aufzuladen und dadurch darin stecken zu bleiben. „Warum ist mir das passiert?“ „Warum gerade mir?”

Benutze lieber die Strategie des berühmten „Glas halb voll“. Fokussiere dich darauf, dass du es jetzt erlebt hast, dass du selbst dir diese Erfahrung ermöglicht hast und dass du sie wieder erleben kannst. Es ist deine Entscheidung. Du kannst dir dieses Geschenk wieder (und wieder) machen. Du hast den Schritt getan. Lobe dich, feiere dich. Du warst mutig, hast etwas Neues gewagt und hast eine schöne Erfahrung gemacht. Besser als es nie erlebt zu haben, oder?

„Der Schmerz des Lebens ist unausweichlich. Er gehört zum Leben dazu. Die Entscheidung, ob und wie lange wir daran leiden, ist unsere.“ – frei nach vielen klugen Lehrern meines Lebens (Angeline)