Ist der erwachsene Mensch nicht in der Lage, ein soziales Netzwerk aufzubauen, das ihn in Notfällen auffängt und hat er niemanden oder nur wenige Menschen, um Erfahrungen (Freude und Leid) zu teilen, dann ist er einsam.

Einsamkeit ist nicht nur schmerzhaft, sie bedeutet auch Dauerstress, d.h. einen latent unausgeglichenen Hormonhaushalt, bei dem das auf Dauer schädliche Stesshormon Kortisol überwiegt. Einsamkeit initiiert eine Abwärtsspirale, denn über die Zeit verliert man die Fähigkeit, Verbindung zu anderen Menschen herzustellen, fühlt sich selbst mit Freunden oder in großen Gruppen allein und isoliert, was das Gefühl der Einsamkeit nur noch verstärkt. Oxytocin, das Kuschelhormon, kann diese Abwärts- in eine Aufwärtsspirale verwandeln, da wir durch dessen Anstieg wieder sozialer werden und in der Lage sind, Verbindungen zu anderen Menschen aufzubauen. Wer sich von der Gesellschaft ausgeschlossen und isoliert fühlt, leidet nicht nur seelisch sondern auch körperlich mehr: Eine einfache Erkältung fühlt sich schlimmer an, wenn man auf liebevolle Unterstützung verzichten muss. Einsamkeit schwächt Körper und Abwehrkräfte und Krankheiten können sich leichter ausbreiten. Sie erhöht die Wahrscheinlichkeit, an verschiedenen chronischen Leiden zu erkranken und früher zu sterben. Bei vielen einsamen Menschen entsteht ein Gefühl von ‚Wofür-das-alles?‘ und der Lebenswille sinkt.

Studien haben gezeigt, dass Einsamkeit dasselbe Areal unseres Gehirn aktiviert wird, wie beim Leiden körperlichen Schmerzen. Einsamkeit tut weh. Der Volksmund hat es wieder einmal auf den Punkt gebracht.

Ein wunderbares Mittel gegen Einsamkeit ist Kontakt und zwar am besten physischer Kontakt. Denn so versteht nicht nur der Kopf sondern begreift auch der Körper, das wir nicht mehr allein sind. Wir fühlen uns verbunden.

Einsamkeit